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Wann müssen Orbitabodenfrakturen operiert werden?

Die Richtlinien für die Rekonstruktion von Orbitabodenfrakturen sind unscharf. 7 % bis 10 % der Patienten mit Orbitafrakturen entwickeln bei konservativer Behandlung im Verlauf einen Enophthalmus. Für die Behandlung von Orbitafrakturen, die zu einem verzögerten Enophthalmus führen können, gibt es aktuell aber nur wenig Evidenz der Level I und II.

Die Größe des Defekts bei Orbitabodenfrakturen und der Rundungsindex des M. rectus inferior gelten derzeit als akzeptierte Parameter für die Indikation einer Reposition, um einem späten Enophthalmus vorzubeugen. Der Chirurg muss jedoch die Risiken einer Orbitabodenrekonstruktion (z. B. Läsion des Nervus infraorbitalis, iatrogene Fehlstellung der Augenlider, mögliche Erblindung) bei fehlenden absoluten Indikationen für eine Reposition abwägen.

Ein Abwarten kann nach aktueller Studienlage erwogen werden, wenn keine Einklemmung oder kein akuter Enophthalmus vorliegt, selbst bei Orbitabodendefekten von 1,5 cm2 oder mehr und einem IR-Rundungsindex von 1 oder höher. In der Mehrzahl der Fälle kann mit einer Operationsindikation bis zu 2 Wochen abgewartet werden, so Tasman.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden